Das Auf und Ab der Stauseen

Im Sommer ist er ein Freizeitparadies für Wassersportler, Badende und Ausflügler. Im Winter und Frühjahr gleicht er hingegen oft einer Mondlandschaft. Der Greyerzersee ist der grösste Stausee von Groupe E und bedarf einer ausgefeilten Regulierung, damit er die zufliessenden Wassermengen aufnehmen kann.

Wer regelmässig aus der Heimat des Doppelrahms in den Kantonshauptort fährt, kann gut beobachten, wie der Wasserspiegel des Greyerzersees saisonal schwankt. Zu manchen Zeiten braucht man nicht einmal mehr ein Boot, um die Ile d’Ogoz zu erreichen, man kann zu Fuss dorthin wandern.

Aber warum eigentlich?

Der Greyerzersee ist ein Stausee. Seine Betreiberin Groupe E nutzt ihn zur Stromproduktion: Von der Staumauer in Rossens aus wird Wasser unterirdisch ins Kraftwerk Hauterive geleitet, wo es die Turbinen antreibt. Der Vorteil von Stauseen ist, dass die Energie in Form des Wassers gespeichert und genau dann genutzt werden kann, wenn die Kunden Strom benötigen.

Strom dann produzieren, wenn er gebraucht wird

Wenn man nun wie Groupe E fünf Stauseen auf ein und demselben Flusslauf betreibt, müssen die verantwortlichen Mitarbeiter genau darauf achten, wie viel Wasser zu welchem Zeitpunkt in die Seen kommt oder sie verlässt. Sonst kann es sein, dass nicht genügend Wasser zur Verfügung steht, wenn Strom gebraucht wird – oder dass die Seen zu voll werden und Wasser abgelassen werden muss. Dadurch kann es zu Hochwassern in den darunterliegenden Flussabschnitten kommen.

Der Greyerzersee als Puffer

Deswegen achten die Mitarbeiter in der Leitstelle von Groupe E genau auf das Gleichgewicht der Seestände. Im Fall des Greyerzersees kommt hinzu, dass er als grösster Wasserspeicher der Firma hervorragend dafür geeignet ist, starke Zuflüsse abzufangen, damit die untenliegenden Seen nicht zu schnell volllaufen. Damit er diese Pufferfunktion ausüben kann, muss Groupe E Platz darin schaffen, wenn grössere Niederschläge anstehen.

Platz für Schmelzwasser

Im Frühjahr senkt Groupe E die Wasserstände aller Seen ab, damit genügend Platz vorhanden ist, um die Schneeschmelze aufzufangen. Das ist der Grund, warum der Wasserspiegel zu dieser Jahreszeit oft besonders tief ist. Im Sommer dagegen, wenn die Niederschläge gering sind, kann das Unternehmen die Seestände anheben, damit die Öffentlichkeit die Seen besser für ihre Freizeit nutzen können.

Wenn Sie also das nächste Mal über das Greyerzer-Viadukt fahren, achten Sie einmal auf den Seestand. Ist er besonders tief, ist der Moment gekommen, ein letztes Mal in dieser Saison die Ski anzulegen!

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Iris Mende

Text: Iris Mende
Mediensprecherin