Letzte Folge der Reihe, die der Stromproduktion von Groupe E aus lokaler Wasserkraft gewidmet ist. Die Schiffenen-Staumauer liegt in den letzten felsigen Ausläufern der Saane, vor der Verbreiterung des Tals. Das Kraftwerk an ihrem Fuss deckt den jährlichen Stromverbrauch von mehr als 26 000 Haushalten.

Seit 1963 erstreckt sich der Schiffenensee über fast 400 Hektar bis zu den Stadttoren von Freiburg. Seine Aufstauung hat den alten Kurort Bad Bonn verschluckt, eine seit dem Mittelalter bekannte Thermalstation mit einer schwefelhaltigen Wasserquelle. Als Erinnerung ans Bad Bonn besteht nur noch die «Bad Bonn Kilbi», ein Festival für Nischen- und Experimentalmusik, das eigentlich im Sommer stattfindet, falls Corona es zulässt…

Die Bogenstaumauer von Schiffenen ist eine technische Meisterleistung wegen ihrer grossen, über 417 Meter langen Reichweite. Sie enthält einen der Kühnheitsfaktoren, d. h. das weltweit höchste Verhältnis von Länge zu Höhe für diese Art Bauwerk. Ursprünglich war die Zentrale in der Nähe von Laupen geplant, direkt an der Kantonsgrenze zwischen Freiburg und Bern und so weit wie möglich flussabwärts.

Aufgrund der schlechten Gesteinsqualität für das Bohren eines Wasserversorgungstunnels von der Staumauer bis nach Laupen wurde das Elektrizitätswerk schliesslich am Fuss der Mauer errichtet. Um die Fallhöhe nicht zu verlieren, musste ein 13 Meter tiefer Unterwasserkanal gegraben werden. Daher liegt die Anlage so tief, mit Fundamenten, die bis zu 25 Meter unter die Erde reichen. Das Werk wurde mit zwei Kaplan-Turbinen ausgestattet, einem Modell, das einem Bootspropeller ähnelt und grosse Wasserströme aufnehmen kann.

Groupe E arbeitet zurzeit an der Untersuchung von Sanierungsalternativen des Schwall-Sunk-Betriebs, d. h. der Durchflussschwankungen stromabwärts des Dammes, und der Verbesserung der Fischwanderung. Ein möglicher Lösungsansatz besteht in der Schaffung einer neuen Anlage, die den bestehenden Damm durch einen unterirdischen Stollen direkt mit dem Murtensee verbindet. Damit könnte die jährliche Produktion um 140 GWh erhöht werden, was eine Verdoppelung der derzeitigen Kapazität bedeutet.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Groupe E Rédaction

Text : Jean-Pierre Chapuis

Fotos: Groupe E